Die Arbeits- und Organisationspsychologie beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen am Arbeitsplatz und innerhalb von Organisationen. Es existieren wissenschaftlich belegte Grenzwerte, ab denen bestimmte Arbeitsbedingungen negative Auswirkungen auf die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden haben. Bleiben Fehlbelastungen über längere Zeit bestehen, können diese zu vermehrten Konflikten führen, die bis zu Mobbing reichen oder dazu führen, dass Menschen gesundheitsschädliche Substanzen wie Alkohol, Medikamente, Koffein oder Zigaretten stärker konsumieren. Darüber hinaus können psychische und/oder physische Erkrankungen der Mitarbeitenden häufiger auftreten, und auch die Unfallhäufigkeit kann zunehmen.
Welche Auswirkungen hat Arbeitspsychologie auf Unternehmen?
Arbeitspsychologisches Portfolio
Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz
Mit der Novellierung des Arbeitnehmer*innenschutzgesetzes (AschG) am 01.01.2013, BGBI.I Nr. 450/1994, wird der Fokus verstärkt auf die psychische Gesundheit und die Prävention arbeitsbedingter psychischer Belastungen gelegt. Die Evaluierung psychischer Belastungen ist nun für Unternehmen verpflichtend, und die Umsetzung wird von den Arbeitsinspektoraten überwacht.
Treten Gefährdungen durch psychische Belastungen auf, müssen geeignete Maßnahmen zur Entlastung festgelegt, umgesetzt und nachträglich auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.
Psychische Belastungen können verringert werden, indem beispielsweise Arbeitsprozesse, Anforderungen, Organisation, soziale Interaktionen und die Arbeitsumgebung optimiert werden. Die Ermittlung der psychischen Belastungen und die daraus abgeleiteten Maßnahmen konzentrieren sich auf folgende vier Dimensionen:
Die Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz erfolgt in fünf Phasen:
1. Konzeption: Planung der Evaluierung und Bildung der Steuerungsgruppe
Wichtige Eckpunkte: Zeitplan, Erhebungsmethode, Information der Mitarbeitenden
2. Analyse: Erhebung der IST-Situation
Wichtige Eckpunkte: Datenerhebung, APSY-Interpretation, Ergebnispräsentation
3. Maßnahmenentwicklung: Erstellung eines Maßnahmenplans
Wichtige Eckpunkte: Workshops zur Maßnahmenentwicklung oder alternative Methoden
4. Maßnahmenumsetzung: Beratung und Begleitung bei der Umsetzung
Wichtige Eckpunkte: Individuelle Gestaltung und Initiierung der Maßnahmen
5. Wirksamkeitskontrolle: Anpassung des Maßnahmenplans
Wichtige Eckpunkte: Re-Evaluierung der Maßnahmen, gegebenenfalls Optimierungen
Mag.a Dina Tahan
Klinische- und Gesundheitspsychologin, Arbeitspsychologin, Unternehmensberaterin